Bericht – die Elbe

Wie jedes Jahr um diese Zeit stand unsere Herrentagstour an, diesmal ging es an die Elbe. Wir waren zu dritt, für Kevin und Mich war es völliges Neuland doch Fritze befischte die Elbe schon oft und konnte einige gute Fische dort fangen. Uns war sofort klar das es nicht einfach wird an einem der größten Flüsse Deutschlands aber wir riskierten es trotzdem. Am Samstag ging es dann nun endlich los jedenfalls für Kevin und Fritze, ich musste leider noch 2 Tage arbeiten und konnte erst am Mittwoch dazu stoßen. Es wurde natürlich im Vorfeld reichlich Futter vorbereitet aber auch an Ort und Stelle musste des öfteren der große Kochpott ran. An der Elbe sollte man sich wirklich mit reichlich Futter eindecken, wir verwendeten ausschließlich Mais und Boilies. Jedes mal wenn ein dicker Frachtkahn vorbei zieht und die halbe Buhne leer saugt, du nicht weißt liegt noch Futter da oder ist doch alles weg, dieses unsichere Gefühl das man nur los wird wenn man wieder etwas Futter einbringt. Fritze und Kevin entschlossen sich, zusammen auf einem Buhnenkopf zu fischen einer links der andere rechts lang. Schon nach einiger Zeit hatte Kevin den ersten Kontakt, zwar ein recht kleiner Fisch der auch noch kurz vorm Keschern ausschlitzte aber es schien so als würde die Fische in der Nähe sein. Doch dann war nichts mehr los, keine Aktion hier und da eine Brasse aber mehr nicht. Wir waren natürlich in Kontakt die Jungs vor Ort und ich auf der Arbeit, wir dachten schon daran zu moven, es waren nun 4 Nächte rum und absolute Stille, dann aber die ersehnte Meldung Fritze mit einem schönen Fisch von 10Kg. Das gab wieder Hoffnung und ich brachte die letzten Stunden schnell hinter mich um endlich nachzufahren, dort angekommen hieß es nur noch Ruten und Futter ins Wasser und die Füße hoch legen. Ich musste natürlich den nächsten Buhnenkopf nehmen und der Weg dort hin war nicht ohne, die ca. 200m über Strand und Steinen waren am Tage ok aber bei einem Biss in der Nacht eine ganz schöne Herausforderung. Die erste Nacht für mich verlief ruhig, es stellten sich natürlich viele Fragen, ist genug Futter drin, liegt die Montage an der richtigen Stelle usw. das fischen an solch einem Fluss verlangt einem doch schon einiges ab. Die Ruten wurden nochmal startklar gemacht und wie schon erwähnt Futter Futter Futter. Dann hieß es den Tag genießen es war ja schließlich Herrentag, ein schönes Frühstück als Grundlage und der Durst wurde natürlich auch gelöscht. Ich finde es wichtig. gerade am Wasser das jeder seine Grenzen kennt und weiß wann Schluss ist, bei uns ist immer alles unter Kontrolle, also keine Sorge. Wir bekamen noch Besuch von Fritzchens Family die auch Lust hatten das herrliche Wetter mit uns zu genießen. Am frühen Nachmittag war es Zeit für ein kleines Nickerchen, ich döste so vor mir hin und hatte gar nicht bemerkt das ich meine Funke bei den anderen vergessen habe, doch als Kevin plötzlich vor mir stand und schrie, es piepppppt, war mir alles klar. Wir rannten zusammen die erwähnten 200m, von weitem war schon deutlich zu sehen wie sehr sich die Rute in Richtung Wasser biegt, geiler Anblick. Als ich die Rute dann endlich in der Hand hielt war mir nicht klar was mich da erwartet, ich spürte nichts außer diese Schwere, der Fisch stand voll in der Strömung. Als ich ihn dann endlich aus der Strömung hatte, sah ich ihn in weiter Ferne an der Oberfläche aber bis zum Kescher war es noch ein ganzes Stück. Der Fisch kam mir dann etwas entgegen und flüchtete dann wieder schlagartig und das wiederholte er einige male, ich hatte das Gefühl das vor uns eine kleine Sandbank liegt und hatte damit auch recht. Kevin überlegte nicht lang, nahm sich den Kescher und lief dem Fisch entgegen und dann war es geschafft mein erster Karpfen aus der Elbe und gleich ein richtig guter. Dabei muss ich mich natürlich bei Kevin bedanken ohne ihn hätte ich den Fisch evtl. verloren. Ein schöner Schuppi von 14Kg ein sehr auffälliger Fisch da der hintere Teil komplett ohne Schuppen war, ich war echt überwältigt. Danach wurde schön gegrillt und der Abend neigte sich gemütlich dem Ende, für mich war leider am nächsten Tag schon wieder Schluss da ich Mittags die Heimreise antreten musste. Aber vorher kam ja noch der Morgen, punkt 6.00 Uhr ertönte mein Receiver und es hieß wieder rennen. Diesmal war der Fisch sofort in der Buhne und ich konnte ihn schön sachte zu mir lenken aber ich versagte kläglich, eine Moment zu lange überlegt, ich hätte sofort ins Wasser gehen müssen so ist mir der Fisch leider ausgeschlitzt. Die besagte Sandbank der Fisch peitschte urplötzlich los und es gab kein halten mehr, echt Schade. Und als wäre das nicht ärgerlich genug ließ ich nur für einen Moment meinen Kescher aus den Augen, bestaunte noch den riesigen Frachter der vorbei schoss und ihr ahnt es sicher schon, richtig, die Elbe hat ihn jetzt….. Wir mussten also einige Opfer bringen, viel Futter, so einige Montagen die in den vielen Steinen verloren gingen und am Ende sogar noch einen Kescher aber es waren die ersten Erfahrungen und Eindrücke von der Elbe, ein Fluss der noch viele Rätsel offen hält. An dieser Stelle muss ich mich auch nochmal sehr bei Fritze und Kevin bedanken, ohne ihre Hilfe wäre ich garantiert leer ausgegangen.

     29.05.2017